{"id":7369,"date":"2024-07-15T12:56:10","date_gmt":"2024-07-15T12:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/?p=7369"},"modified":"2024-07-16T10:08:46","modified_gmt":"2024-07-16T10:08:46","slug":"wertschatzendes-erkunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wertschatzendes-erkunden\/","title":{"rendered":"Unternehmenskultur nachhaltig ver\u00e4ndern \u2013 mit \u201cAppreciative Inquiry Summits\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen einer l\u00e4ngerfristigen Zusammenarbeit mit einem Kunden kam der Wunsch nach einem partizipativen Verfahren zur nachhaltigen Bearbeitung der &#8222;Unternehmens\u201ckultur im hauptamtlichen Team auf. Konkret handelt es sich um einen sehr mitgliederstarken Sportverein. Das hauptamtliche Team besteht aus ca. 30 Mitarbeitenden. Viele Ver\u00e4nderungen wurden in der Vergangenheit schon angegangen und umgesetzt, nicht alles ist absolut reibungslos verlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben die Methode des \u00abWertsch\u00e4tzenden Erkundens\u00bb empfohlen und einen so genannten \u201cAppreciative Inquiry Summit\u201e in einem zweit\u00e4gigen Workshop-Format mit dem gesamten Team durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Methode erm\u00f6glicht es den TeilnehmerInnen, Ver\u00e4nderungen in einem sehr wertsch\u00e4tzenden und ressourcenorientierten Prozess zu planen. Es geht hier vor allem darum, in Organisationen eine wertsch\u00e4tzende und fragende Haltung zu kultivieren, die es erm\u00f6glicht, bestehenden oder absehbaren Herausforderungen in einer sehr positiven Art und Weise zu begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als traditionelle Verfahren, geht die Methode des \u201cWertsch\u00e4tzenden Erkundens\u201e nicht von einer kritischen Situationsanalyse aus. Hier sind vielmehr zwei Annahmen grundlegend:<\/p>\n\n\n\n<p>a) Jeder Mensch, jedes Team und jede Organisation verf\u00fcgt \u00fcber ein ungeahnt gro\u00dfes Potential, das manchmal schon als Rohdiamant erkennbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>b) Organisationen entwickeln sich immer in die Richtung dessen, worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten und was sie untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorbereitung und Information der Teilnehmenden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bevor der Prozess starten kann, m\u00fcssen die Kernthemen gefunden und die Interview-Leitf\u00e4den entworfen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist von besonderer Bedeutung, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bzw. Beteiligten \u00fcber die Methode informiert sind und ihren spezifischen Charakter nachvollzogen haben, denn oft scheitern diese Prozesse daran, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich nicht auf das Positive einlassen und im Mechanismus der &#8222;Defizit-Wahrnehmung- und Orientierung&#8220; nach dem Muster &#8222;Aus Fehlern lernt man am besten!&#8220; stecken bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht es immer darum Potentiale zu entfalten, um eine bessere Zukunft zu schaffen. F\u00e4higkeiten, Verhaltensweisen, Einstellungen und Leistungen k\u00f6nnen weiterentwickelt werden. Eine neue Zukunft wird gestaltet. Die &#8222;Probleme&#8220; erledigen sich dann meist ganz nebenbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelpunkt der Methode stehen die so genannten &#8222;belebenden Faktoren&#8220;, d.h. diejenigen Elemente, die Lebendigkeit und Kraft in eine Organisation bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine ehrliche und gleichberechtigte Beteiligung, wie sie die Methode anstrebt, setzt Offenheit und die Bereitschaft aller voraus. M\u00f6glichst alle Betroffenen sollen einbezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die vier Phasen: Discovery, Dream, Design, Deliver<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. Discovery (Erkunden, Wertsch\u00e4tzen, Verstehen) &#8211; Kennenlernen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, der Organisation und ihrer St\u00e4rken. Methode: Interviews<\/p>\n\n\n\n<p>In der Regel sind die Interviews in drei Bl\u00f6cke unterteilt.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Fragen zur generellen Wahrnehmung der Organisation (Vergangenheit \u2013 Sich erinnern an eine pers\u00f6nliche positive Erfahrung bzw. Geschichte zum Thema der Konferenz<\/li>\n\n\n\n<li>Fragen zu ausgew\u00e4hlten Kernthemen (siehe unten) (Gegenwart \u2013 Wertsch\u00e4tzung der eigenen Person, Arbeit, Organisation)<\/li>\n\n\n\n<li>Fragen zur Zukunft (Zukunft \u2013 bestes Zukunftsbild, eigene Beitr\u00e4ge)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>2. Dream (Visionieren) &#8211; Wie k\u00f6nnte die Zukunft aussehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Bericht \u00fcber Ergebnisse und Erfolge. Jeder spricht nicht \u00fcber sich selbst, sondern \u00fcber den Interviewpartner. W\u00fcnsche werden formuliert<strong>!<\/strong> Methode: Es k\u00f6nnen Bilder gemalt, Modelle gebaut, Briefe geschrieben, Zeitungsberichte verfasst, kleine Sketche aufgef\u00fchrt werden. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Design (Gestalten) &#8211; Ein Bild der Zukunft wird entworfen (Zukunftsaussagen)<\/p>\n\n\n\n<p>Zukunftsaussagen sind in ihrem Anspruch hoch. Sie beschreiben ein Ideal, ein f\u00fcr alle anstrebbares Ziel. Aus diesem Grunde m\u00fcssen sie sorgf\u00e4ltig formuliert sein. Dabei gelten folgende Grunds\u00e4tze:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In ihren Inhalten provozieren Zukunftsaussagen und gehen deutlich \u00fcber den status quo hinaus.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie sind &#8222;geerdet&#8220; bzw. &#8222;bodenst\u00e4ndig&#8220;, was bedeutet, dass sie verwirklichbar sind. Sie kn\u00fcpfen an erfolgreiche Beispiele der Vergangenheit an.<\/li>\n\n\n\n<li>Ihre Formulierung ist immer affirmativ. Sie treffen Aussagen, \u00fcber das, was sein soll und nicht \u00fcber das, was nicht mehr sein soll.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie besitzen eine hohe Attraktivit\u00e4t f\u00fcr alle.<\/li>\n\n\n\n<li>Ihre Inhalte sind konkret und fassbar.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie sind motivierend.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie werden immer in der Gegenwartform formuliert und vermitteln so den Eindruck des Erreichbaren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>4. Destiny\/Delivery (Umsetzen\/Verwirklichen) &#8211; Kraft entwickeln und die Vision realisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Methode bringt meist eine recht gro\u00dfe Sammlung an \u201eTr\u00e4umen\u201c ans Tageslicht. Aber nicht alle Tr\u00e4ume eignen sich f\u00fcr eine Umsetzung. Hier ist es wichtig, einen Plan zu entwerfen, der zur jeweiligen Organisation passt, um konkrete Ma\u00dfnahmen, Zust\u00e4ndigkeiten und den Transfer in die Organisation zu planen: Wie genau setzen wir die Ideen um? Wen\/Was ben\u00f6tigen wir daf\u00fcr? Wer ist wof\u00fcr zust\u00e4ndig? Wie sieht der Zeitplan aus? Wie \u00fcberpr\u00fcfen wir das Erreichte? etc. Die Verantwortung f\u00fcr diesen Plan liegt oft wieder bei den F\u00fchrungskr\u00e4ften des Teams. Je nach Thema kann die Umsetzung wieder ins Team delegiert werden. Wichtig ist schon bei der Planung des \u201eSummits\u201c daran zu denken, dass die Umsetzung von Tr\u00e4umen nicht von alleine passiert, sondern Energie erfordert. In der Regel ist diese Energie gut investiert!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bvmberatung.net\/wp-content\/uploads\/motivation-773942_1920.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7386\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild von pixabay, Kathleen Bergmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die Methode eignet sich..<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>besonders gut f\u00fcr Nonprofit-Organisationen, Grassroot-Bewegungen und in \u00f6ffentlichen Bereichen. Dies vor allem deshalb, weil eine bereits bestehende offene und wertsch\u00e4tzende Haltung von Vorteil ist.<\/li>\n\n\n\n<li>aufgrund der vertraulichen Atmosph\u00e4re, wenn Themen aus der Tiefe an die Oberfl\u00e4che geholt werden sollen.<\/li>\n\n\n\n<li>wenn es ein komplexes Problem gibt, das von einer Gruppe behandelt werden soll.<\/li>\n\n\n\n<li>wenn Menschen an einem gemeinsamen Ziel arbeiten sollen.<\/li>\n\n\n\n<li>wenn eine Vision f\u00fcr die Zukunft gestaltet werden soll, aber gleichzeitig kurzfristig Ver\u00e4nderungen eintreten sollen.<\/li>\n\n\n\n<li>wenn das Verh\u00e4ltnis der Teilnehmer untereinander verbessert werden soll.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Unsere Erfahrung:<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Methode kann einen wertvollen Beitrag leisten, Ihre Organisationnachhaltig im Sinne von Beteiligung und Wertsch\u00e4tzung von Ressourcen zu ver\u00e4ndern.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie basiert auf den pers\u00f6nlichen Erfahrungen der Teilnehmenden und baut auf vergangenen Erfolgsbeispielen auf, dadurch kann die Methode dazu beitragen das \u00abWir-Gef\u00fchl\u00bb als Gemeinschaft zu st\u00e4rken.<\/li>\n\n\n\n<li>Personen, die sich eigentlich nicht beteiligen, k\u00f6nnen einbezogen werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Je nach Einsatz kann ein Mix mit anderen Methoden (zu Beispiel mit der Open Space Methode) Sinn machen.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie ist geeignet f\u00fcr Gruppen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung ab 20 Personen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Richtiger Zeitpunkt\/Voraussetzungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Summits eignen sich nicht f\u00fcr Organisationen, in denen harte Einschnitte bevorstehen oder zur Bew\u00e4ltigung konkreter Konflikte. Die Methode macht vor allem dann Sinn, wenn auf Seite der Initiatoren die langfristige Bereitschaft f\u00fcr Ver\u00e4nderungen besteht, und die Unternehmenskultur nachhaltig ver\u00e4ndert werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nutzen Sie diese Methode, um bislang schlummernde Potenziale in Ihrer Organisation zu nutzen und um das Wir-Gef\u00fchl zu st\u00e4rken. Der intensive Austausch miteinander wirkt sich positiv auf die Unternehmenskultur aus und l\u00e4sst die Teilnehmenden partizipativ an der Gestaltung der Zukunft mitwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie m\u00f6chten das Potenzial in Ihrer Organisation heben und gleichzeitig Ihre MitarbeiterInnen und\/oder KollegInnen einbinden? Dann ist die Methode des \u00abWertsch\u00e4tzenden Erkundens\u00bb f\u00fcr Sie genau richtig. Sprechen Sie <a href=\"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/uber-uns\/#michaela-walton\">uns <\/a>an!<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_msocom_1\"><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00e4nderungen wertsch\u00e4tzend und ressourcenorientiert im Team planen und Ihre Organisation nachhaltig ver\u00e4ndern.<\/p>","protected":false},"author":8,"featured_media":7402,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[155,39],"tags":[408,409,277,373,407],"beitragskategorie":[295,317,315,302,363,304,306,326,310,311],"class_list":["post-7369","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bvmessage","category-blogbeitraege","tag-gruppenarbeit","tag-teamarbeit","tag-unternehmenskultur","tag-veraenderungsprozess","tag-wertschaetzung","beitragskategorie-agilitaet-fuer-organisationen","beitragskategorie-bvmessage","beitragskategorie-fachartikel","beitragskategorie-haus-der-verbaende","beitragskategorie-kultur","beitragskategorie-menschen","beitragskategorie-organisationsentwicklung","beitragskategorie-praxistipp","beitragskategorie-strategie","beitragskategorie-strukturen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7369","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7369"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7369\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7419,"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7369\/revisions\/7419"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7369"},{"taxonomy":"beitragskategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/beitragskategorie?post=7369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}