{"id":4318,"date":"2022-09-05T07:50:49","date_gmt":"2022-09-05T07:50:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/?p=4318"},"modified":"2023-12-08T12:34:02","modified_gmt":"2023-12-08T12:34:02","slug":"wissensarbeit-foerdern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bvmberatung.net\/fr\/wissensarbeit-foerdern\/","title":{"rendered":"Wissensarbeit f\u00f6rdern \u2013 nur wie?"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"4318\" class=\"elementor elementor-4318\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-51d0a972 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"51d0a972\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-5a0eb8e3\" data-id=\"5a0eb8e3\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4b852fbf elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"4b852fbf\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was ist Wissen und kann man es \u00abmanagen\u00bb?<\/h4>\n\n\n\n<p>Um den Begriff des Wissens zu verstehen, ist es relevant den Unterschied zwischen <strong>Daten<\/strong>, <strong>Information <\/strong>und <strong>Wissen <\/strong>zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Daten <\/strong>bestehen aus Zeichen (z.B. Buchstaben oder Zahlen) die durch Kombinationsregeln und Kontext eine Bedeutung erhalten. Nur Daten lassen sich speichern, zum Beispiel als Text.<br>Wenn Daten in einem bestimmten Kontext f\u00fcr eine Person bedeutungsvoll werden, werden diese Daten zu <strong>Informationen<\/strong>. <br>Kann ein Mensch die Informationen aufnehmen und mit seinem bestehenden Wissen verbinden, schafft er neues <strong>Wissen<\/strong>, es findet ein Lernprozess statt. <em>Wissen ist also stets immateriell, nicht greifbar, subjektiv und existiert nur im Kopf des Menschen.<\/em><br>Dies hat wesentliche Konsequenzen f\u00fcr das \u00abWissensmanagement\u00bb. <strong>Selbst wenn wir versuchen w\u00fcrden, all unser Wissen zu explizieren und in Daten zu speichern, w\u00fcrde uns dies nicht gelingen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist auch der <strong>Begriff des \u00abWissensmanagements\u00bb hinf\u00e4llig<\/strong>. Vielmehr ist der Begriff der \u00ab<strong>Wissensarbeit<\/strong>\u00bb zu verwenden, die man <strong>f\u00f6rdern <\/strong>kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">F\u00f6rderung der Wissensarbeit<\/h4>\n\n\n\n<p>Nach den heutigen Erkenntnissen gliedert sich die Wissensarbeit in drei&nbsp;Dimensionen, n\u00e4mlich Mensch, Organisation und Technik.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Dimension Mensch<\/h5>\n\n\n\n<p>Der Anteil an Menschen, die wissensbasierte T\u00e4tigkeiten aus\u00fcben, ist stark steigend. Diese Wissensarbeit verlangt von den Betroffenen, dass sie ihre Arbeitsressource Wissen st\u00e4ndig \u00fcberpr\u00fcfen und bei Bedarf erweitern, dass sie selber evaluieren, welches Wissen sie entwickeln m\u00fcssen, um ein Problem zu l\u00f6sen, und vor allem, dass sie auch selber f\u00fcr die Qualit\u00e4t der L\u00f6sung verantwortlich sind. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, brauchen Wissensarbeitende drei Elemente:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Den notwendigen Handlungsspielraum<\/li><li>Eine gewisse Entscheidungsautonomie<\/li><li>Innere Motivation<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Erst durch diese Elemente k\u00f6nnen kompetenzf\u00f6rdernde Arbeitspl\u00e4tze entstehen und der Umgang mit Wissensarbeitenden als Kapital der Organisation erkannt und daraus Nutzen gezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Dimension Organisation<\/h5>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Organisationen haben die Ausf\u00fchrungen oben wesentliche Konsequenzen. Die traditionellen Strukturmodelle mit hierarchischer F\u00fchrung werden dadurch zunehmend in Frage gestellt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In einer wissensintensiven Organisation ist Hierarchie keine Legitimation f\u00fcr F\u00fchrung mehr<\/li><li>Mitarbeitende m\u00fcssen zunehmend ihre Arbeit selbst organisieren und k\u00f6nnen sie nur selbst organisieren<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Den Organisationen ist bewusst, dass sie mehr in ihre Mitarbeitenden investieren m\u00fcssen, um diese zu halten und dass es effizient ist, diesen Mitarbeitenden Zeit und Raum zu geben, damit diese Wissen austauschen und entwickeln k\u00f6nnen. Vor diesem Hintergrund sind auch unterschiedliche F\u00fchrungsans\u00e4tze zu betrachten (und damit sind nicht nur aber auch die \u00abagilen\u00bb F\u00fchrungsans\u00e4tze gemeint).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der bekannte Ansatz des \u00ab<strong>F\u00fchren durch Zielvereinbarung und nach dem Ausnahmeprinzip<\/strong>\u00bb kann zur F\u00f6rderung der Wissensarbeit eingesetzt werden. Es braucht allerdings die Bereitschaft, die Ziele kooperativ mit den Mitarbeitenden zu entwickeln (die Wissensarbeitenden k\u00f6nnen und m\u00fcssen zu erreichende Ziele aufgrund ihrer Expertise zumindest mitbestimmen k\u00f6nnen).<\/p>\n\n\n\n<p>Daher wird heute auch auf eine verst\u00e4rkte <strong>Teamorientierung <\/strong>in Organisationen gesetzt. Statt individuelle Ziele werden Teamziele vereinbart. Dazu wird auch herausgearbeitet, welchen Sinn und Zweck das Team verfolgt sowie f\u00fcr wen und warum es seine Arbeiten durchf\u00fchrt. Zudem wird darauf geachtet, durch das Kombinieren verschiedener Kompetenzen, mehr Diversit\u00e4t in die Teams zu bringen. Der F\u00fchrungskraft kommt hier mehr die Rolle als Coach, Partnerin oder Bef\u00e4higerin zu, denn als \u00abVorgesetzte\u00bb. Dabei m\u00fcssen die Teammitglieder alle Selbstverantwortung \u00fcbernehmen, damit die Ziele des Teams auch erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem Teil der <strong>agilen Organsationsformen<\/strong> wie zum Beispiel der Holakratie, wird die komplette F\u00fchrungsverantwortung und damit die Macht in der Organisation vollst\u00e4ndig verteilt (nicht delegiert). Hier \u00fcbernehmen die einzelnen Mitarbeitenden die komplette Selbstverantwortung f\u00fcr ihr Handeln und entscheiden selbstst\u00e4ndig im Rahmen der eigens definierten Rollen und Zust\u00e4ndigkeiten und den vorgegebenen Entscheidprozessen. Dieser Ansatz ist keinesfalls mit Basisdemokratie oder st\u00e4ndiger Partizipation aller Betroffener zu verwechseln. Dies w\u00fcrde die Organisation genauso l\u00e4hmen wie zu starre traditionelle Organisationsstrukturen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die agilen Organisationsformen sind darauf ausgerichtet, dass man in einem <strong>dynamischen Umfeld<\/strong> gar nicht mehr so gut und soweit vorausplanen kann, wie dies die klassischen Organisationsformen eigentlich erfordern w\u00fcrden. Dabei wird einerseits ber\u00fccksichtigt, dass sich die Anforderungen an die Leistungen der Organisation rascher ver\u00e4ndern als fr\u00fcher aber auch, dass bei der Probleml\u00f6sung ein <strong>Lernprozess <\/strong>und <strong>Erkenntnisgewinn <\/strong>stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Dimension Technik<\/h5>\n\n\n\n<p>Wie erw\u00e4hnt, ist eine optimale technische Infrastruktur (bzw. der reine Ansatz des \u00abManagement of Information\u00bb) keine hinreichende Bedingung um Wissensarbeit gen\u00fcgend zu f\u00f6rdern. Aber nat\u00fcrlich ist die technische Unterst\u00fctzung der Wissensarbeitenden zwingend notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur F\u00f6rderung der Wissensarbeit sollten Informations- und Kommunikationstechnologien vier grundlegende Funktionalit\u00e4ten (Eppler, 2012 \/ Hasler 2013) bieten (die nachfolgend aufgef\u00fchrten Beispiele erf\u00fcllen in aller Regel mehr als eine dieser Funktionen):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Unterst\u00fctzung der Zusammenarbeit und Kommunikation: <\/strong>Groupware (themengentrennte Unterhaltungen\/Kan\u00e4le, Chats, E-Mail, Messengerdienste, Videokonferenzen); Projektmanagement-Software (Aufgaben, Zeitplanung, Ressourcenzuteilung), Prozess-Management (Benachrichtigungen, Freigaben, Lenkung,) bis hin zur digitalgest\u00fctzten Automatisierung ganzer Prozesse (z.B. Rechnungseingang und Verbuchung)<\/li><li><strong>Verwaltung von Daten: <\/strong>Mitglieder und Spendedatenbanken (Kontaktlisten, Mutationen, Mitgliederliste), Dokumentenhaltung (Versionierung und Historie, Lenkung, kooperative Zugriffsm\u00f6glichkeiten, Archivierung); Buchhaltung und Rechnungswesen (Budgetierung, Buchf\u00fchrung, Beitragsinkasso, Rechnungsstellung, Kosten- und Leistungsrechnung, Jahresabschluss); Terminkalender f\u00fcr Organe, Gremien, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und Mitarbeiternde; Organisationsinterne Wikis, Wissenslandkarten oder Blogs, etc.<\/li><li><strong>Darstellung und Aggregation von Daten: <\/strong>Portale die Informationen kuratiert und selektiv darstellen; Verzeichnisse zu Expert:innen innerhalb der NPO; F\u00fchrungsinformationssysteme (Zusammenzug von Daten aus verschiedenen Systemen, Statistiken der NPO, Branchendaten, Auswertung von periodischen Befragungen (von Mitgliedern, Mitarbeitenden, Spender:innen); Anomalie- und Fehlererkennung durch k\u00fcnstliche Intelligenz; \u2026<\/li><li><strong>Suchen und Finden von Daten:<\/strong> Suchfunktionen \u00fcber gesamte Datenbest\u00e4nde, Filterung von Daten, Rangierungen, Strukturieren und Klassifizieren von Daten, automatische Erstellung von Inhaltsangaben oder Zusammenfassungen, \u2026<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p>Wenn Organisationen Wissen als <strong><em>die <\/em><\/strong>relevante strategische Ressource identifiziert haben, muss es ihnen gelingen das System Wissensarbeit in den Dimensionen Mensch-Organisation-Technik zu f\u00f6rdern. Dabei muss Vertrauen in die Mitarbeitenden an erster Stelle stehen. Die traditionellen Rollen von F\u00fchrungskr\u00e4ften m\u00fcssen dabei nicht komplett in Frage gestellt, aber sicher tiefgreifend \u00fcberdacht und angepasst werden. Agile Organisationsformen bieten zudem Ans\u00e4tze, um die Selbstverantwortung der Wissensarbeitenden weiter zu steigern und das System adaptiver f\u00fcr Anpassungsdruck aus dem Umfeld der Organisation zu machen. Die technische Unterst\u00fctzung der Mitarbeitenden ist ein weiteres zentrales Element um die Kooperation zu f\u00f6rdern und die Entwicklung neuen Wissens zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissen ist f\u00fcr alle dienstleistungsorientierten Organisationen der zentrale Produktionsfaktor. Die wenigsten NPO stellen materielle G\u00fcter her, vielmehr erbringen Sie f\u00fcr Ihre Leistungsempf\u00e4nger Dienstleistungen in den verschiedensten Formen. Zu deren Erstellung ist Wissen der zentrale Produktionsfaktor. 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