Kontakt
Newsletter

Die Kunst der Rollenteilung im Verband

Bild Netzwerk Verband

Nicht selten basieren Reibungen oder gar Konflikte zwischen verschiedenen geografischen und/oder fachlichen Ebenen im Verband auf einem unterschiedlichen Leben und Erleben der durch Statuten und Reglemente eigentlich klar zugewiesenen Rollen. So kann der nationale Verband die Leadrolle für sich in Anspruch nehmen, weil er historisch betrachtet vor den Kantonalverbänden/Bundesländern gegründet wurde. Umgekehrt begründen die dezentralen Verbandseinheiten ihr Autonomiestreben in der regionalen/fachlichen Diversität und entgegnen jeder Zentralismusbewegung mit Argwohn. Besonders interessant bzw. herausfordernd wird es, wenn dieselben Entscheidungsträger im Verband auf unterschiedlichen Ebenen verschiedene Rollen einnehmen und ihr Verständnis vom jeweiligen Blickwinkel aus betrachtet der Situation entsprechend variiert.

Die langjährigen Erfahrungen sowie die Anwendung von Governance-Regelungen haben uns diesbezüglich ein paar grundsätzliche Erkenntnisse gelehrt:

  • Ein starker Verband verfügt sowohl über eine starke Zentrale, wie auch über starke dezentrale Einheiten.
  • Sich gegenseitig Status geben stärkt das Erscheinungsbild aller und ist erst noch einfacher als ein verkrampftes Abgrenzen in unterschiedlichen Positionierungen.
  • Als Grundlage verfügt das Gebilde über eine gemeinsame Wertebasis, über in Interaktion «erschwitzte» Leitbilder und strategische Ausrichtungen.
  • Die Aufgaben/Leistungen des Verbandes sind klar gegliedert in originär zentrale oder dezentrale Aufgaben/Leistungen sowie in solche, die dezentral zu erfüllen sind, jedoch einer zentralen Koordination und/oder Unterstützung bedürfen.
  • Die zentralen Strukturen sind so gestaltet, dass sie die Gewaltenteilung durch «checks und balances» sicherstellen. Sie erlauben einen prominenten Einbezug der dezentralen Einheiten auf Stufe der Legislativen. Es braucht einen «Boxring» zur Artikulation und zum Abgleich der unterschiedlichen Interessen. Von Vorteil werden dort die inhaltliche wie finanzielle Planung unter gleichwertigen Partnern vereinbart.
  • Ein repräsentatives Abbilden der Dezentralen im Vorstand, Stiftungsrat eines Zentralverbandes erachten wir demgegenüber als dem Rollenverständnis nicht unbedingt dienlich. Die RepräsentantInnen müssen im strategischen Führungsorgan frei sein, eine übergeordnete Sichtweise zum Wohle des Ganzen wahrzunehmen.
  • Meinungsbildungs- und Entscheidungsfindungsprozesse sind transparent zu gestalten. Sie ermöglichen ein vertrauensvolles, stufengerechtes Mitarbeiten, Mitgestalten und Mitentscheiden aller Organisationseinheiten im Verband.
  • Der Führungsstil einzelner Persönlichkeiten innerhalb des Verbandes steht nicht über der sich über Jahre entwickelten Führungskultur. Letztere erhält als weicher Erfolgsfaktor eine herausragende Bedeutung im individuellen Empfinden gelebter Rollenverständnisse.
  • Ausserordentliche Situationen, die ein rasches, entschlossenes Handeln unabdingbar machen, bedingen gegenseitiges Vertrauen sowie Toleranz für ausserordentliche Entscheide.
  • Von Vorteil verfügt der Verband über ein präventives Regulativ, das situationsbedingt zur Verfügung steht, um eine Eskalation in (Rollen-)Konflikten zu verhindern.
Holen Sie sich Expertenwissen!

7 praxiserprobte Kooperationsformen
für Ihre Organisation

Jetzt PDF herunterladen:
Über neue Zusammenarbeitsformen erfahren
und von fundierten Erkenntnissen profitieren.

Weitere Beiträge

Buch "Erfolgreiche Teams in der Selbstorganisation"
Mein Buchtipp: „Erfolgreiche Teams in der Selbstorganisation“

Unser Praxistipp: Lesen Sie das Buch «Erfolgreiche Teams in der Selbstorganisation» von Babette Julia Brinkmann und Karl Schattenhofer und nutzen Sie die im Buch beschriebenen, praktischen Tipps und Erfahrungen direkt für Ihre NPO.

Fussballteam Mädchen
Marketing und Kommunikation in Sportvereinen

Mitgliedergewinnung und -bindung in Sportvereinen dank einer strukturierten und effektiven Kommunikation, mit der die Positionierung und der Mehrwert eines Vereins ins Zentrum gerückt werden.

Frau macht Yoga auf dem Bürotisch
Wellbeing, mehr als ein Trend. Von Gastautor Kuno Roth

Unser Gastautor Kuno Roth über Wellbeing in Nonprofit-Organisationen. Er plädiert auf einen ganzheitlichen Ansatz und warnt vor strukturelle-Ursachen-übertünchenden Yogakursen am Mittag.

Junge und Ältere Menschen von Samariter Schweiz
Verschiedene Generationen in Vereinen und Genossenschaften 

Wie gelingt aktives Generationenmanagement? Prof. Dr. Markus Gmür vom VMI und Dr. Karin Stuhlmann von der B'VM haben für das Magazin von Samariter Schweiz Spannungsfelder zusammengetragen und darauf aufbauend praxistaugliche Tipps und deren Fallstricke erarbeitet.

Team Meeting
Unternehmerisches Denken und Handeln als Basis für eine unternehmerische Führung und Kultur

Ein professionelles Management, engagierte Mitarbeitende und ein unternehmerisches Denken und Handeln unterstützen Organisationen dabei, sich klar zu positionieren, die vorhandenen Ressourcen effizient einzusetzen, Chancen zu nutzen, Herausforderungen proaktiv anzugehen und so einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen.

Vier Personen besprechen etwas miteinander
Personalentwicklung für das Ehrenamt – überflüssig oder notwendig?

Viele Verbände und Vereine wünschen sich mehr Interesse für das Ehrenamt. Talente gezielt an Führungsaufgaben heranzuführen ist eine Möglichkeit.

Puzzleteil hinzufügen
Manchmal werden wir Teil einer Organisation 

Zurzeit sind zwei unserer Berater:innen in zwei verschiedenen Organisationen ad interim* tätig. Sie unterstützen die jeweiligen Organisationen während eines befristeten Einsatzes als Interimsleitung oder als Interimsverantwortlicher. Doch was bringt eine Lösung auf Zeit und was sind die Voraussetzungen dafür, dass sie funktioniert?  

Menschen in einer online Besprechung
Das digitale «Wir-Gefühl» – Bindung und Förderung in der digitalen Freiwilligenarbeit

Organisationen, die das Potenzial von online Freiwilligenarbeit erschliessen wollen, müssen Identifikation und Wertschätzung fördern und ein Wir-Gefühl schaffen. Wie entsteht ein Zugehörigkeitsgefühl auf Distanz und wie wird es gepflegt? Barbara Iseli Sczepanski ist dieser Frage nachgegangen.

Tastatur mit Kompass
KI für Verbände – Wo finden Verbände Orientierung und grundlegende Leitplanken?

Verbände diskutierten im Rahmen des B´VM KI Lean Coffee Meetings über ihre aktuellen Fragestellungen zum Thema KI – lesen Sie hier die Zusammenfassung.

Geschäftsprüfungskommission
Geschäftsprüfungskommissionen in NPO

Welche Kriterien sind von einer Geschäftsprüfungskommission (GPK) einzuhalten und was soll bei der Berichterstattung beachtet werden? Lesen Sie hier konkrete Empfehlungen von Dr. Karin Stuhlmann und profitieren von einem Muster-Bericht zum Herunterladen.

Wir sind gerne für Sie da

Nutzen Sie das Kontaktformular, schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie einfach kurz an.

Schweiz

Deutschland

Österreich

Kontaktformular

Newsletter